9. Spieltag (24.04.2003)
NDTSV Holsatia - KMTV 0:3 (0:0)
Ein schöner lauer Maiabend über der Schwentine, wunderbares Fußballwetter und prima Stimmung im Team. Kann man sich bessere Bedingungen für ein gutes Fußballspiel wünschen? Zumal der heutige Gegner, blickt man auf die Tabelle, absolut schlagbar sein sollte? Oh ja! Und genau an dieser Stelle schienen bei uns heute die Probleme anzufangen. Meine Mannschaft hat diesen Gegner heute schlicht und ergreifend unterschätzt. Einige Spieler waren ganz offensichtlich mit der Auffassung nach Dietrichsdorf gekommen, Fußball heute einmal nicht als Mannschaftssport zu betreiben, sondern nur für sich selbst zu spielen.
Unsere optische Überlegenheit in der ersten Hälfte täuschte nur oberflächlich über die ganz schwache Vorstellung des KMTV hinweg. Die Gastgeber überließen uns bereitwillig das Mittelfeld, sicherten die Abwehr und verlegten sich auf’s Kontern. Meine Mannschaft hingegen gedachte heute, wie schon angedeutet, ohne Zweikämpfe und Passspiel auszukommen. So war es auch nicht verwunderlich, dass die einzige echte Chance der ersten Halbzeit um ein Haar zur Führung der Holsaten geführt hätte. Lediglich unser Kapitän Janek erreichte Normalform und hatte alle Hände voll damit zu tun, die zahlreichen Löcher in unserer Defensive zu stopfen. Das 0:0 zur Pause kann man bestenfalls als leistungsgerechtes Ergebnis zwischen zwei wirklich nicht gut spielenden Mannschaften bezeichnen.
Einigen Spielern meiner Mannschaft dürften die Ohren nach der Halbzeit noch geglüht haben. Endlich gelang es uns, die Abwehr des Gegners ernsthaft unter Druck zu setzen. Mit mehr Lauf- und Zweikampfbereitschaft erzwangen wir uns erste Möglichkeiten. Endlich konnte unser Mittelfeld auch ein ums andere Mal ein schönes Passspiel inszenieren. Zwangsläufig machte die Abwehr des NDTSV nun Fehler, konnte sich zunehmend nur noch durch Fouls wehren. Unsere Führung resultierte denn auch aus einem Freistoß, und die Vorentscheidung fiel mit dem 0:2 nach einem – völlig berechtigen – Foulelfmeter. In der Schlussminute gelang uns dann durch einen Konter – aus abseitsverdächtiger Position – der Treffer zum 0:3–Endstand.
Als Fazit bleibt: Glück gehabt! Ein stärkerer Gegner hätte uns heute in der ersten Halbzeit ein sehr unschönes Erwachen bereitet. So hat die Mannschaft hoffentlich verstanden, dass sie sich jeden Vorteil im Spiel erst hart erkämpfen und erarbeiten muss, ehe sie einen Gegner ausspielen kann.
Marcus Engelbrecht
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